Deutschland

 

Bad Doberan

 
 
 

Beinhaus

 
 
Beinhaus
Kontakt:
Informationen und Anmeldung zu Führungen:
Martin Heider
Klosterstraße 2
18209 Bad Doberan
Tel: (038203)779590 od. 62716
Fax: (038203)62528
Internet:
www.doberanermuenster.de
E-Mail:
verwaltung@
doberanermuenster.de


Öffnungszeiten:
Auf Voranmeldung und zu Sonderführungen
durch die Klosteranlage

Führungen:
Deutsch

Eintritt:
frei

 
Das Bauwerk:
Der achteckige schlanke Backsteinbau auf dem ehemaligen Mönchsfriedhof nördlich vom Bad Doberaner Münster, diente vom 13. Jahrhundert bis zur Reformation im Jahre 1552 als letzte Ruhestätte der Mönchsgebeine. Die bei der Neuanlegung von Grabstellen entdeckten Gebeine wurden im Glauben an die leibliche Auferstehung im Kellergewölbe beigesetzt. Der Altar ist dem Seelenbegleiter St. Michael geweiht. Um 1240/50 im Stil der frühen Gotik begonnen, im Wechsel aus glasierten und unglasierten Ziegelsteinen errichtet, bleibt spätromanischer Einfluss in der Ornamentik erhalten. In Norddeutschland gibt es nur ein weiteres Beispiel in Hardehausen bei Paderborn. Das Äußere des Bauwerkes wird von mit kräftigen Wulsten eingefassten, leise gespitzten, schmalen, hohen Fenstern bestimmt. Eine Blendrosette über dem Kapelleneingang verrät deutlich die Herkunft aus der Haustein-Ornamentik. Die Ecken sind mit kräftigen Säulen und mit kleinen, Kreuze tragenden, Pyramiden gekrönt. Im Inneren befinden sich sehenswerte, in der Vergangenheit mehrfach stark restaurierte Wandmalereien aus dem späten 13. Jahrhundert. Auffällig im Gegensatz zur Ausmalung des Münsters, ist die Fülle figürlicher Darstellungen. In der unteren Ebene sind die fünf törichten Jungfrauen, alle mit traurigen Gebärden, teilweise eine Hand an den gesenkten Kopf gelegt. Daneben ragt, im 19. Jahrhundert neu gestaltet, Gottschalk, Fürst der Obotriten (+1066). Über den Figuren sind bischöfliche Weihekreuze dargestellt. Darüber blicken die fünf klugen Jungfrauen, erhaben und schön, mit runden antiken Lampen, aus denen eine große Flamme emporschlägt. An der sechsten Wand rechts steht eine Jungfrau mit einem Schwert in der Hand, die Heilige Katharina. Im Deckengewölbe sieben Apostel (wohl Matthäus, Petrus, Philippus, Johannes, Paulus und Bartholomäus) und Christus. Über der Tür Christus der Gekreuzigte, daneben seit dem 19. Jahrhundert Kirche und Synagoge als Frauengestalten. Die Aufnahme des Beinhauses in die Liste der national bedeutenden Denkmäler erfolgte im Februar 2002. Seit Oktober des gleichen Jahres erfolgt eine über mehrere Jahre angelegte umfassende Restaurierung.
 
 
 

Klosterkirche - Münster

 
 
Klosterkirche
Kontakt:
Evangelisch-Lutherische
Kirchgemeinde / Doberaner Münster
Klosterstraße 2
18209 Bad Doberan
Tel.:  49 (0)38203 62716
Faks:  49 (0)38203 62528
E-mail: 
verwaltung@doberaner
muenster.de 
www.doberanermuenster.de

Öffnungszeiten:
Mai-September
Mo-Sa 9-18 h 
So, Feiertage 11.30-18 h
März, April, Oktober
Mo-Sa 10-17 h
So, Feiertage 11.30-17 h
November-Februar
Di-Sa10-16 h
So, Feiertage 11.30-16 h 
 
Das Bauwerk:
Die Bedeutung des Zisterzienserklosters Doberan schlug sich insbesondere im Bau und der Ausstattung der 1368 geweihten Klosterkirche (Münster) nieder. Die Kirche gilt als das beste Beispiel für die Umsetzung mittelalterlichen Gestaltungswillens in Backstein. Zisterziensische Einfachheit und Strenge verbinden sich mit zeitgenössischen progressiven Baulösungen zu einem Bauwerk von höchster technischer und gestalterischer Perfektion. Die hochgotische Pfeilerbasilika gilt als das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern und als einzigartig im Ostseeküstenbereich. Das Münster ist eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte Basilika von neun Joch Länge mit einem 5/8 Binnen-Chorschluss und umlaufenden, mit fünf Kapellen besetztem Chorumgang und zweischiffigem Querhaus. Der Außenbau wird entsprechend der zisterzienserischen Regeln durch schlichte Formen geprägt. Die Giebel im Westen und die Querschiffe sind allerdings reich mit Blendrosetten geschmückt. Das Innere besticht durch seinen in edlen Formen gehaltenen dreiteiligen Aufriss, der aus der Arkadenzone, einem gemalten Blendtriforium und dem Obergaden gebildet wird und in dieser Gestalt durch die gesamte Bauzeit eingehalten wurde. Die von Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschonte Innenausstattung, ist die reichste mittelalterliche Ausstattung aller Zisterzienserklosterkirchen europaweit. Bemerkenswert sind: der Hochaltar (um 1310), der monumentale Lettner-Kreuzaltar (um 1360), der Kelchschrank (um 1310), der Mühlenaltar (um 1420), der Leuchter mit spätromanischer Marienfigur (ab 1280), das Chorgestühl der Mönche (ab 1300) und die Grabplastik der dänischen Königin Margarethe Sambiria (um 1285). Das Münster ist ein Nachfolgebau, der im Jahre 1291 während eines Brandes teilzerstörten romanischen Vorgängerkirche.
Im 19. Jahrhundert und seit Ende des 2. Weltkrieges laufen immer wieder umfassende Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Neben täglich stattfindenden Münsterführungen werden seit 2001 interessante Sonderführungen angeboten. Ein Konzertbesuch in dem hochgotischen Kathedralbau ist ein ganz besonderes Erlebnis.
 
 
 

Klostermauer

 
 
Klostermauer
Öffnnungszeiten:
ganztägig

Führungen:
Deutsch 
 
Das Bauwerk:
Die etwa 1,4 km lange Klostermauer ist fast vollständig erhalten. Sie wurde von 1283 - 1290 errichtet, ist im Durchschnitt 2,50 m hoch und in gleicher Technik in einem Zuge gebaut. Sie überwindet auf weiten Strecken moorigen Untergrund. Im 19. Jahrhundert wurde die Mauer teilweise erneuert. Gegenwärtig werden Abschnitte der Mauer saniert.
 
 

Literatur

 
  • Wolfgang Erdmann (1995): Zisterzienser- Abtei Doberan
  • Carl-Christian Schmidt (1994): Das Münster zu Doberan
  • Steffi Pfeffer (2001): Bad Doberan Wörterbuch