Das Bauwerk:
Als dreischiffige Hallenkirche in der Gründungszeit der Stadt begonnen, sind die ältesten noch in spätromanischen Formen ausgeführten Bauglieder im Westbereich der Umfassungswände erhalten. Ecklisenen, ein Rundbogenfries und paarweise angeordnete Lanzettfenster sind Reste des Bauschmuckes der ersten Kirche.
Im 14. Jh. wird der Bau im Osten um zwei Joche erweitert und im Norden und Süden mit je einem abgetreppten Spitzbogenportal versehen. Nach einem Brand 1455 kommt es zu einer umfassenden Erneuerung des Gebäudes, der Errichtung des Chorjoches mit fünfseitigem Schluß und eines massigen Turmes mit spitzem Helm. Der große Stadtbrand von 1759 zerstört die hohe Turmbekrönung, Gewölbe und mittelalterliche Inneneinrichtung der Kirche vollständig. Unter Leitung des Ludwigsluster Hofbaumeisters Johann Joachim Busch kommt es zu einer barocken Umgestaltung des Turmdaches und des Kircheninneren. Das Mittelschiff erhält eine hölzerne Halbkreistonne auf ausgemauerten Fachwerkstützen, die Seitenschiffe eine flache Holzeindeckung. Busch plant einen Kanzelaltar. Nach Verlegung der Kanzel in das Kirchenschiff wird der Altar durch ein Gemälde des Ludwigsluster Hofmalers J. H. Suhrlandt geschlossen. Das Bild ist eine Kopie der „Grablegung Christi“ von Annibale Carraci. Am Außenbau verzichtet man aus Kostengründen auf den Wiederaufbau der nördlichen und südlichen Seitenkapellen und trägt sie ab. 1841/43 wird durch Georg Adolph Demmler der barocke Turmhelm durch das Aufsetzen einer Laterne, die eine Besichtigungsplattform bietet, erhöht.
In den 1970er Jahren ist die Kirche durch starke Bauschäden sehr gefährdet und verliert einen Großteil ihrer Inneneinrichtung. Die 1883 durch Friese in Schwerin erbaute Orgel geht verloren. Nach 1980 wird die Kirche saniert, der Innenraum erneut umgestaltet und eine Winterkirche eingebaut. 1994 erhält die Kirche eine neue Orgel von der Orgelwerkstatt Jähmlich in Dresden. Seit 2006 hängt im Turm wieder das vollständige Geläut aus vier Bronzeglocken.
