Polen

 

Kolobrzeg

 
 
 

Marienbasilika

 
 
Marienbasilika
Öffnungszeit:
täglich von 7.00- 20.00 Uhr
während des Gottesdienstes
ist die Besichtigung
nicht möglich
 
 
Die heutige Marienbasilika wirft im Kirchenbau einige Rätsel auf. Denn es gibt nachweislich bis heute keine genauen Funde bzw. Dokumente, wann mit dem Bau des ursprünglichen Kolberger Doms begonnen wurde. Es spricht wohl einiges für den Zeitraum um 1300. Erstmalig wurde das Bauwerk 1316 erwähnt. Als erstes wurde das Hauptschiff mit zwei Nebenschiffen, dem unteren Teil des Turmblocks - bis zum ersten Gesims - und dem Südturm errichtet. Verwunderlich sind kleine Unförmigkeiten in dem östlichen Teil des Hauptschiffes, die darauf zurückzuführen sind, dass während der Bauzeit an der Stelle des heutigen Presbyteriums noch eine ältere Kirche stand, die weiterhin genutzt wurde. 1321 wurde die erste Bauetappe beendet. Außerdem ist zu vermuten, dass. infolge einer Bodensenkung im 14. Jahrhundert die vier Paare der Pfeiler im Hauptschiff oben etwa 60 cm auseinander klafften. Eine weitere Annahme ist, dass auf Grund dieser Verformung das Gewölbe einstürzte. All dies muss bis Ende des 14. Jahrhunderts stattgefunden haben, da die aus dieser Zeit stammende Gewölbemalerei keine größeren Verformungen aufwies. Bis zum Ende des 15. Jh. war die räumliche Gestaltung des Domes abgeschlossen. Es entstand ein Baukörper mit 5 Schiffen, von zwei riesigen Dachflächen gedeckt, innen mit einem langen, deutlich abgegrenzten Presbyterium und einem gewaltigen Turmblock mit 3 Turmhelmen. Die Ausmaße zeigen eine Länge von 69 m, dabei ist das Presbyterium 22 m lang, eine Breite von 42 m und eine Turmhöhe (Mittelhelm) von 74 m. Der Domumriss prägt seither das Stadtpanorama. Zu bewundern ist diese Kulisse auch auf alten Stichen, wobei die Basilika die anderen Stadtgebäude überragt. Der Turm wurde als Orientierungshilfe in Seekarten eingetragen. Während des II. Weltkrieges, im März 1945, brannte der Innenraum der Kirche gänzlich aus, teilweise wurde auch Außenmauerwerk beschädigt. Erst beim Besuch des Papstes Johannes Paul II 1986 wurde die Kirche in den Rang einer Marienbasilika erhoben.
 
 
 

Mittelalterliche Mietshaus

 
 
Mittelalterliche Mietshaus
 
Das mittelalterliche Mietshaus in der Gierczak-Str. 5, gebaut im 15.Jh., später umgebaut, im 2. Weltkrieg ernsthaft beschädigt, erst in den 60ern wiederaufgebaut. Seit 30 Jahren gehört es dem Museum für Polnische Waffen.
 
 
 

Der Pulverturm

 
 
Der Pulverturm
 
Der Pulverturm in der Dubois Straße. Früher wurde er Luntenturm genannt. Nach dem 2.Weltkrieg wurde sein Name jedoch falsch ausgelegt und diese Version blieb bis zum heutigen Tag. Der Turm ist das einzige erhaltene Gebäude aus dem mittelalterlichen Befestigungssystem der Stadt. Solche Türme werden 'geschlossen' genannt. Der Turm ist 4 Stockwerke hoch und seine Stirnseiten sind mit Lisenen und Fensternischen geschmückt. Die Hinterseite ist mit Schießscharten versehen.. Heutzutage hat hier der Polnische Verein für Fremdenverkehr und Landeskunde seinen Sitz. Hat man die soliden Turmmauern vor Augen, dann kommt einem sofort ihre ehemalige Funktion in den Sinn vor Jahrhunderten sollten sie eine effektive Verteidigung gegen einen feindlichen Angriff ermöglichen. Und die ganze Stadtmauer hielt tatsächlich die Angreifer fern. Die Stadtchronik erwähnt nur einen einzigen Versuch ihrer Erstürmung. Das geschah im Jahre 1462, als die Stadt die feudale Obrigkeit der Kamminer Bischöfe loswerden wollte. Im Namen des Bischofs  und laut seinem Befehl gelang der Ritterführer Dinnies von Osten mit einer Ritterschar von 1600 Kriegern (dazu kamen noch 700 bewaffnete Bauer) an die Stadtmauer von Kolberg. Sie aber hielt dem Angriff stand; zur wirksamsten Waffe wurde brühheißes Bier, das man von oben auf die stürmenden Feinde goss. Im Racheakt verwüsteten die sich zurückziehenden Angreifer die Stadtgüter und nahmen als Kriegsbeute eine Herde Kühe mit nach Plathe. Zwei Jahre später zerstörten die Kolberger im Vergeltungszug die alte Burg in Plathe und brannten die ganze Stadt nieder – Plathe besass keine Stadtmauer.