Chełmno liegt malerisch auf neun Hügeln des umliegenden Hochlandes von Chełmno und war Hauptstadt des historischen Chełmnoer Landes. Der Ort wurde in den Urkunden zum ersten Mal im Jahre 1065 erwähnt. Der Ursprung von Chełmno geht auf eine frühmittelalterliche Handels- und Handwerkersiedlung auf dem Lorenzberg (św. Wawrzyńca) in Kałdus (4 km südlich von der heutigen Stadt) und die Ortschaft Starogród (7 km), Sitz der Chełmnoer Komturei, der ersten Komturei des Deutschen Ritterordens, zurück.
Das Stadtrecht von Chełmno, die so genannte "Culmer Handfeste", das vom Deutschen Ritterorden (Herman von Salza und Herman Balk) am 28. Dezember 1233 verliehen wurde, war bis zum 18. Jh. Vorbild für die Gründung von 225 Städten – u. a. Warszawa, Gdańsk und Toruń – sowie 1.364 Siedlungen.
Chełmno bietet den Besuchern viele bis heute gut erhaltene und interessante mittelalterliche Sehenswürdigkeiten. Zu den wertvollsten Denkmälern gehören das vollständig erhaltene, schachbrettförmige System der Altstadtstraßen sowie die Stadtmauer mit einer Länge von 2.270 Metern – eins der prachtvollsten Beispiele der Europäischen Wehrkunst. Weitere Perlen sind das Gotik-Renaissance-Rathaus mit dem mittelalterlichen Längenmaß "Culmer Ruthe" von 4,35 Metern sowie eine Klosteranlage und sechs gotische Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Das wunderschöne Stadtpanorama, das durch über dem Weichseltal emporsteigende Kirchtürme geprägt wird, ist einzigartig, weil dieses aus allen Himmelsrichtungen zu sehen ist.
Der Wert der wunderschönen Altstadt von Chełmno wurde mit der Aufnahme in die Liste der Geschichtsdenkmäler durch den Präsidenten der Republik Polen im Jahre 2005 anerkannt.
Chełmno – eine mittelalterliche Musterstadt
Der erhaltene Stadtteil im Bereich der Stadtmauer mit einem
schachbrettförmigen System der Altstadtstraßen aus dem 13. Jh ist ein Beispiel für ein mittelalterliches Städtebausystem einer Stadt, die auf der sogenannten rohen Wurzel entstand. Zum geltenden Längenmaßstab für die Stadtplanung nach Chełmnoer Stadtrecht wurde die "Culmer Ruthe“ mit einer Länge von 4,35 Metern. Der Markt mit den Maßen von 111 x 156 Metern, der zu den größten in Europa gehört, und dem Rathaus in seiner Mitte bilden das Stadtzentrum.
Die
Maria-Himmelfahrtspfarrkirche gehört zu den ältesten und größten Kirchen in Ostpommern. Gebaut wurde sie 1280–1320 als dreischiffige Hallenkirche mit zwei ungleich hohen Türmen. Die Pfarrkirche diente als Vorbild für andere Kirchen, wie z. B. für den Dom in Kaliningrad. Die Kirche besitzt eine reiche Innenausstat-
tung aus den Epochen der Gotik, der Renaissance, des Barocks und des Rokoko. Sehr wertvoll sind u. a. die Reliquie des Heiligen Valentins, Patron der Verliebten, und die mittelalterlichen Polychromien. Der Kirchturm bietet einen wunderschönen Blick auf die Stadt.
Der ehemalige
Zisterzienserinnen- und Benediktinerinnen-
klosterkomplex wurde im 13. und 14. Jh. gebaut. Sehenswert sind hier das Kloster mit der Schatzkammer und dem mittelalter-
lichen Keller sowie die Kirche St. Johannes des Täufers und St. Johannes des Evangelisten (1290–1330) mit der Krypta der Äbtissin Magdalena Mortęska, Reformatorin der polnischen Benediktinerinnen.
Die ehemalige
Franziskanerkirche St. Jakob der Ältere und St. Nikolaus wurde im 13./14. Jh. gebaut. Charakteristisch für diese Pseudobasilika ist ein schmaler Glockenturm an der Südseite, der bei einem Franziskanerorden eine Ausnahme war. Im Dezember 2006 wurden im Presbyterium der Kirche während Renovierungs-
arbeiten zufällig sehr große und wertvolle mittelalterliche Polychromien entdeckt.
Die ehemalige
Dominikanerkirche zu St. Peter und Paul wurde im 13./14. Jh. erbaut und beherbergt u. a. mittelalterliche Polychromien sowie die Ritzgrabtafel des ersten Chełmnoer Bischofs Heidenreich aus dem 14. Jh., der 1253 Mindaugas, den ersten König von Litauen, krönte.
Die
Heilig-Geist-Kirche wurde um 1280-1290 errichtet und ist eine Hallenkirche aus Backstein mit einem Tonnengewölbe aus Holz. Ihre ursprüngliche Funktion war die einer Hospitalkirche. In der Kirche befindet sich eine Ausstellung über mittelalterliche Ritterrüstungen.
St.-Martins-Kapelle ist die jüngste gotische Sehenswürdigkeit in Chełmno und stammt aus der Mitte des 14. Jhs.
Ausflüge
Themenbezogene Führungen zur Backsteingotik
Koło Przewodników PTTK w Chełmnie
(Touristenführerverein von Chełmno)
Tel./Fax. +48 56 686 21 04
E-Mail:
it@it.chelmno.pl promocja@chelmno.pl Internet:
www.chelmno.pl"Spaziergang durch Chełmno" – eine kostenlose Stadtbesichtigung des Touristenführervereins von Chełmno
"Auf den Spuren von St. Valentin" und weitere Führungen durch die gotische Altstadt oder die Umgebung von Chełmno auf Bestellung bei der Tourist Information
Weitere Spaziergänge
- "Auf den Spuren von St. Valentin"
- "Die Route der Verliebten“
- "Die Route von Altem Chełmno”
- Die "Mestwin"-Route
- "Panorama von Chełmno"
RadfernwegeEuroroute R1 durch Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Polen (Bydgoszcz–Gruczno–Chełmno–Grudziądz), Litauen, Lettland, Estland und Russland
Weitere Routen:
- Schwarzer Fahrradweg entlang des Weichseltals Bydgoszcz–Tczew–Chełmno–Toruń
- Roter Fahrradweg Toruń–Chełmno